KI und Jobverlust: Meine Einschätzung als Tagesschau-Expertin

Die Debatte, die gerade alle bewegt

84 Millionen Aufrufe in wenigen Tagen. US-KI-Unternehmer Matt Shumer hat mit seinem Viral-Post "Something Big Is Happening" eine globale Debatte ausgelöst: Vernichtet künstliche Intelligenz Millionen von Bürojobs – und das schneller als gedacht?

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Die ARD Tagesschau hat mich als KI-Expertin um meine Einschätzung gebeten. Meine Antwort: Differenzierung ist notwendiger denn je. Link zum Tagesschau-Beitrag von ARD.

Was Matt Shumer richtig sieht

Shumers Kernbeobachtung ist nicht falsch: Die KI-Revolution verändert die Arbeitswelt grundlegend und schneller als viele wahrhaben wollen.

Ich erlebe das selbst. Früher habe ich für meine Beratungen und Vorlesungen stapelweise Studien gelesen, mit Post-its markiert, manuell zusammengefasst und in Präsentationen überführt. Als KI-Speakerin habe ich mehrere Tage für Recherche und Folienproduktion gebraucht. Heute entwickle ich mit KI in zwei Stunden eine vollständige Keynote-Struktur.

Wir sind ein Zwei-Frauen-Unternehmen – und schaffen mit KI denselben Output, für den früher ein Team von 20 Mitarbeiterinnen nötig gewesen wäre. Nicht weil wir mehr arbeiten. Sondern weil KI bei uns Prozesse automatisiert: E-Mails sortieren, Kurszahlungen abwickeln, Onboarding steuern, Fragen beantworten. Das ist keine Theorie. Das ist mein Alltag.

Besonders betroffen sind wissensintensive, digitale und standardisierte Tätigkeiten: Texterstellung, Datenanalyse, Routinekommunikation, standardisierte Berichterstattung, einfache Programmieraufgaben.


Wo Matt Shumers Analyse zu kurz greift

Shumers Schlussfolgerung – kein Bürojob sei in 1–2 Jahren noch sicher – steht auf einem wackligen Fundament. Er bezieht sich selektiv auf Studien, die KI-Fähigkeiten bestätigen, und ignoriert dabei:

  • Die Caltech/Stanford-Studie, die zeigt, dass LLMs weiterhin logische Schwächen haben
  • Apples "Illusion of Thinking"-Paper, das belegt, dass Reasoning-Modelle bei Komplexität kollabieren
  • Studien zu massiven Sicherheitsrisiken bei KI-generiertem Code

Auch Halluzinationen sind nicht verschwunden – sie sind reduziert und besser kontrollierbar. In meiner praktischen Arbeit liegt die Fehlerquote bei strukturellen Aufgaben wie Zusammenfassungen und Textentwürfen inzwischen unter 5 %. Kritisch bleibt es bei Fakten, Zahlen und juristischen Details. Dort prüfe ich konsequent nach.

Professionelle KI-Nutzung bedeutet: KI beschleunigt Analyse und Struktur. Die finale Bewertung und Verantwortung bleiben beim Menschen.

Effizienz-Revolution statt Massenarbeitslosigkeit

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Meine Einschätzung nach 500+ KI-Projekten und 20 Jahren Beratungserfahrung:

Wir stehen nicht vor Massenarbeitslosigkeit. Wir stehen vor einer radikalen Effizienzrevolution.

Routine-Tätigkeiten werden immer weiter automatisiert. In der Weiterbildung erlebe ich das täglich: Früher dauerte die Erstellung eines neuen Trainingsprogramms Wochen. Heute entwickeln wir mit KI Strukturen, Übungen, Quizformate und Lernpfade in einem Bruchteil der Zeit.

Was bleibt und wächst:

  • Strategische Entscheidungskompetenz
  • Führung und Menschenkenntnis
  • Kreative Konzeption und Innovation
  • Beziehungsaufbau und Vertrauen
  • Verantwortungsübernahme und Haftung

KI kann analysieren. Aber sie trägt keine Verantwortung.

KI baut kein Vertrauen auf. KI übernimmt keine Haftung.

Dafür braucht es immer noch Menschen.


Welchen Zeithorizont sprechen wir?

Die Veränderung ist nicht in zehn Jahren – sie ist heute operativ spürbar.

Ich habe zehn Bücher komplett manuell geschrieben. Das war lineare Arbeit: recherchieren, strukturieren, formulieren. Heute nutze ich KI als Sparringspartner für Struktur, Verdichtung und Perspektivwechsel – ohne dass meine Expertise ersetzt wird.

In ein bis drei Jahren werden viele Wissensberufe KI-gestützt arbeiten müssen. In drei bis sieben Jahren verändern sich ganze Geschäftsmodelle, wenn sie nicht auf Effizienz und KI-Integration setzen.


Die entscheidende Frage für dich

Die richtige Frage lautet nicht: "Wird KI meinen Job übernehmen?"

Sondern: "Nutze ich KI bereits so professionell, dass ich meiner Branche einen Schritt voraus bin?"

Komplett sicher ist kaum jemand – auch ich nicht. Aber resilienter sind Rollen mit strategischer Entscheidungskompetenz, Verantwortung und Beziehungskapital. Ich werde nicht als Speakerin gebucht, weil ich Folien erstelle. Sondern weil ich einordne, Orientierung gebe und Zukunftsmodelle entwickle.

KI ist kein Ersatz meiner Expertise. KI ist eine Verstärkung.

KI ersetzt keine Menschen. Aber Mitarbeiter mit KI-Kompetenz ersetzen Mitarbeiter ohne KI-Kompetenz.


Was du jetzt tun kannst

  • KI-Kompetenz systematisch aufbauen – nicht nur einzelne KI-Tools lernen
  • Prozesse identifizieren, die KI automatisieren kann – und Kapazität für strategische Arbeit gewinnen
  • DSGVO-konforme KI-Lösungen wählen – besonders im deutschen Mittelstand entscheidend
  • Zertifizierung nutzen – für Glaubwürdigkeit bei Kunden und Mitarbeitenden

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